Entwickeln Sie wirkungsvolle, nutzerzentrierte Lösungen mit dem Analytik- & KI-Anwendungsfall Canvas. Dieses Tool stellt sicher, dass Ihre Analytics- und KI-Anwendungen gezielt auf die Bedürfnisse der Nutzer abgestimmt sind – für echten Mehrwert und hohe Akzeptanz.
Das Analytik- & KI-Anwendungsfall Canvas ist ein strategisches Tool zur Entwicklung von Analytics- und KI-Lösungen, die konsequent an den Bedürfnissen der Nutzer ausgerichtet sind. Durch den Fokus auf die Nutzerperspektive stellt es sicher, dass die entwickelten Lösungen wertstiftend, relevant und auf die zentralen Herausforderungen und Ziele der Nutzer zugeschnitten sind.
Das Canvas unterstützt Sie dabei, zu verstehen, welche Ziele Ihre Nutzer erreichen wollen, welche Entscheidungen sie treffen müssen und welche Maßnahmen sie ergreifen können. Es hilft, ihre Pain Points (Hindernisse oder Probleme) und Gains (Motivationen oder gewünschte Ergebnisse) zu identifizieren – und darauf basierend Lösungen zu gestalten, die echten Mehrwert bieten.
Durch die Verbindung der Nutzerperspektive mit den Lösungsmöglichkeiten stellt das Analytik- & KI-Anwendungsfall Canvas sicher, dass eine strategische Integration und ein präziser Problem-Lösungs-Fit erreicht werden.
Das Analytik- & KI-Anwendungsfall Canvas steht kostenlos unter einer Creative-Commons-Lizenz zur Verfügung:
Sie dürfen das Canvas nutzen und anpassen, solange Sie Datentreiber als Quelle nennen.
Das Analytik- & KI-Anwendungsfall Canvas ist besonders in den folgenden Szenarien hilfreich:
Ein Analytik- & KI-Anwendungsfall beschreibt eine konkrete Situation, in der ein Nutzer eine Anwendung von Analytics oder Künstlicher Intelligenz (KI) nutzt, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Genau genommen müsste man von einem „Anwenderfall“ sprechen, doch der Begriff „Anwendungsfall“ hat sich etabliert.
Die Analytics- oder KI-Anwendung löst dabei ein spezifisches Problem – oft als Nutzerbedürfnis bezeichnet –, das den Nutzer daran hindert, sein Ziel zu erreichen. Die Lösung liegt jedoch nicht ausschließlich in der Anwendung von Analytics oder KI, sondern umfasst häufig auch organisatorische Anpassungen oder menschliche Eingriffe. Daher spricht man hier von einer Lösung, die sowohl IT-/KI-Anwendungen als auch nicht-technische oder analytische Komponenten kombiniert.
Eine Anwendung deckt in der Regel mehrere Use Cases ab und unterstützt unterschiedliche Nutzerrollen. Dennoch ist es entscheidend, jeden Use Case einzeln zu betrachten, um die Anwendung optimal an die spezifischen Anforderungen anzupassen – oder festzustellen, dass verschiedene Use Cases und Nutzer möglicherweise unterschiedliche Anwendungen erfordern.
Damit eine Anwendung von den Nutzern akzeptiert und tatsächlich genutzt wird, muss sie ihnen einen spürbaren Nutzen bieten. Dieser Nutzwert für den Nutzer kann sich vom Wert für das Unternehmen unterscheiden, sollte jedoch idealerweise zur Wertschöpfung des Unternehmens beitragen.
Das Analytik- & KI-Anwendungsfall Canvas basiert auf dem Value Proposition Canvas von Strategyzer:
Bei Analytics- und KI-Anwendungen besteht das zentrale Nutzerbedürfnis häufig in der Verfügbarkeit von Informationen. Oft fehlt dem Nutzer entscheidendes Wissen oder die vorhandenen Informationen sind fehlerhaft, ungenau, unverständlich oder kommen zu spät. Dadurch kann der Nutzer keine fundierten Entscheidungen treffen und keine geeigneten Maßnahmen ableiten, die ihn seinen Zielen näherbringen.
Die Wertschöpfung aus Daten – also der Informationswert – lässt sich durch die folgende Kette beschreiben:
Daten → Analytics → Information → Entscheidungen → Handlungen → Ergebnisse → Ziele
Das Analytik- & KI-Anwendungsfall Canvas integriert diese Datenwertschöpfungskette:
Der geschlossene Regelkreis (Closed Loop Approach)
Idealerweise können Nutzer ihre zukünftigen Entscheidungen und Handlungen anpassen, wenn sie sehen, dass ihre vergangenen Entscheidungen nicht die gewünschten Ergebnisse geliefert haben.
In der Praxis ist dieser Regelkreis jedoch oft unterbrochen – etwa durch Nutzerprobleme (Pains), die das Erreichen der Ziele erschweren. Gleichzeitig gibt es aber auch Nutzergewinne (Gains), die ihnen helfen können, bessere Entscheidungen zu treffen.
Das Analytik- & KI-Anwendungsfall Canvas hilft, diese Faktoren strukturiert zu erfassen und so eine Lösung zu gestalten, die einen echten Mehrwert für den Nutzer schafft.
Der Header legt fest, welchen Inhalt das Canvas abbildet und sollte folgende Informationen enthalten:
Es sollte keine Kopien desselben Canvas mit identischem Header geben, d. h. der Header kennzeichnet eindeutig eine Version des Canvas (Kopie) und dokumentiert den aktuellen Stand des Inhalts.
Der Footer erläutert die Farbgebung der Sticky Notes (und weitere Formatierungen) auf dem Canvas. Für jede Sticky-Note-Farbe sollte eine entsprechend farbige oder formatierte Sticky Note in der Legende vorhanden sein, die diese Kategorie beschreibt.
Wer ist der User in diesem Use Case und – optional – in welcher Situation befindet sich der User, wenn er oder sie die Anwendung nutzen möchte?
Ein User kann eine bestimmte Person sein, häufig wird jedoch eher eine Rolle, Funktion oder Stellenbezeichnung beschrieben. Auch Personas werden oft genutzt. Wichtig ist, den User so konkret wie möglich zu definieren.
Sind die Aktivitäten und Bedürfnisse sehr vielfältig oder der Use Case sehr spezifisch, kann es sinnvoll sein, den User in einer konkreten Situation zu beschreiben. Eine konkrete Situation könnte ein wiederkehrender Termin im beruflichen Umfeld oder ein Einkauf im privaten Kontext sein.
Welche Ziele und Ergebnisse soll der User (oder erwartet der User) durch seine Entscheidungen und Handlungen in dieser konkreten Situation erreichen?
Wichtig ist, dass der User auch für Ziele und Ergebnisse verantwortlich ist, d. h. Entscheidungen treffen und/oder Handlungen ausführen darf. Das ist ein Kernprinzip verschiedener Management-Praktiken, Techniken und Tools:
Alle diese und ähnliche Ansätze können als Ausgangspunkt für das Feld Objectives & Results dienen.
Welche Entscheidungen darf der User treffen, um die Ziele zu erreichen? Welche Handlungen kann der User ausführen, um die gewünschten Ergebnisse zu erzielen?
Die Abfolge von Entscheidungen und Handlungen definiert den Workflow des Users als Teil eines Geschäftsprozesses.
Welche Gains wünscht sich der User, um seine Ziele und Ergebnisse zu erreichen, bessere Entscheidungen zu treffen oder erfolgreich zu handeln?
Ein Gain ist etwas, das den User motiviert, morgens aufzustehen. Das kann z. B. sein:
Welche Pains treten für den User auf, wenn er versucht, Ziele und Ergebnisse zu erreichen, Entscheidungen zu treffen oder Handlungen auszuführen?
Ein Pain ist etwas, das dem User sprichwörtlich den Schlaf raubt, z. B.:
Aus Sicht des Users: Welche Lösungen sind denkbar, damit er seine Ziele und Ergebnisse erreicht, die Pains und Gains adressiert, bessere Entscheidungen trifft und erfolgreich handelt?
Eine Lösung besteht häufig aus einer technisch-analytischen Anwendung und einem organisatorisch-persönlichen Service. Es kann sich um eine eigenständige Analytics- oder KI-Anwendung handeln oder um eine Funktion in einer bestehenden operativen IT-Anwendung. Typische eigenständige Lösungen sind Dashboards oder automatisch generierte Berichte (Pull-Lösungen). Alternativ gibt es Push-Lösungen wie E-Mail- oder App-Benachrichtigungen. Ist die analytische Lösung in einer bestehenden Anwendung integriert, spricht man von Embedded Analytics. Befindet sich die Lösung in einem Gerät, nennt man dies Edge Analytics.
Analytics- oder KI-Lösungen stellen relevante Information (siehe ⑥a) bereit und bieten nützliche Functions (siehe ⑥b).
Welche Information soll die Lösung dem User in welcher Form, Qualität und mit welchem Wert liefern?
Eine Information kann etwa eine Metrik, ein Key Performance Indicator (KPI), ein Qualitätsindikator, eine Kennzahl oder ein bestimmtes Attribut sein.
Welche Funktionen soll die Lösung dem User in welcher Form anbieten?
Eine Function verwandelt Information in weitere Information oder Handlung. Sie kann analytischer Natur sein (z. B. Roll-up, Drill-down, Slice & Dice) oder operativ (z. B. eine Aktion ausführen oder einen Prozess starten, um ein bestimmtes Ergebnis zu erzeugen).
Die Form folgt der Funktion: Ein Button in einer grafischen Benutzeroberfläche (GUI), ein Sprachbefehl in einer Natural Language Interface (NLI), ein Textbefehl in einer Command Line Interface (CLI) oder ein Schalter an einem Gerät (HMI).
Wie profitiert der User von dieser Lösung, konkret von der bereitgestellten Information und den Funktionen?
Es handelt sich um einen User Benefit, wenn die Information oder Function:
Wenn der User von der Information profitiert, hilft sie dabei, Ziele und Ergebnisse zu erreichen und steigert so sowohl die User-Performance als auch die Business-Performance. Dieser Fortschritt wird mit Key Performance Indicators (KPIs) gemessen – sie sind zugleich Indikatoren für den Informationswert und indirekt für den Datenwert.
Lösen die angebotenen Lösungen tatsächlich die Probleme des Users? Der Einsatz von Analytics oder KI gilt nur dann als Lösung, wenn die bereitgestellten Functions und Informationen der analytischen/KI-Anwendung dem User einen Nutzen bringen.
Für jeden Benefit sollte mindestens eine dieser Aussagen zutreffen:
Allerdings kann eine einzige Lösung niemals alle Probleme des Users beheben. Je mehr User-Probleme eine Lösung abdeckt, desto größer ist der Problem-Solution-Fit.